Unterweltwesen
Allgemein: Die Wesen der Unterwelt
Die Unterwelt ist nicht nur die Heimat der Verstorbenen, sondern auch zahlreicher einzigartiger Wesen, die seit Anbeginn der Zeit mit dem Reich des Hades verbunden sind. Während einige als Wächter, Boten oder Diener der Unterwelt dienen, verkörpern andere den Tod, das Vergessen oder die unaufhaltsamen Kräfte des Schicksals. Gemeinsam prägen sie die düstere und zugleich geordnete Natur des Totenreichs.
Trotz vieler Legenden kontrolliert Hades nicht jedes Wesen der Unterwelt. Als Herrscher des Totenreichs besitzt er zwar Autorität über dessen Gesetze, die Seelen der Verstorbenen und einen Großteil seiner Diener, doch die Unterwelt ist zu alt, zu groß und zu wild, um vollständig beherrscht zu werden. Viele Wesen wie Athanathoi oder Unterweltswächter stehen direkt im Dienst von Hades und gehorchen seinen Befehlen. Andere Kreaturen, darunter Schattenwölfe, Chimären oder Empusai, sind hingegen wilde Tiere, die lediglich innerhalb seines Reiches leben. Bewohner der Unterwelt respektieren die Herrschaft des Gottes meist aus Furcht, Tradition oder Eigeninteresse. Dennoch gibt es Regionen, die selbst von seinen Dienern nur selten betreten werden. Besonders die tiefsten Ebenen des Tartaros oder Gebiete im Erebos gelten als nahezu unkontrollierbar.
Seelen
Die meisten Verstorbenen existieren in der Unterwelt als Schatten ihrer einstigen selbst. Sie besitzen Erinnerungen und Persönlichkeit, sind jedoch deutlich schwächer als zu Lebzeiten.
Je nach ihrem Lebenswandel gelangen sie in verschiedene Bereiche der Unterwelt (Elysium, Asphodeloswiese, Tartaros)
Merkmale:
- körperlos oder halbtransparent
- können nicht altern
- verlieren mit der Zeit oft Erinnerungen
Lampaden
Unterwelt-Nymphen, die dem Herrscherpaar dienen.
mehr dazu siehe Wiki-Eintrag Nymphen
Athanatoi
Unsterbliche Bewohner, die als Wachen in Persephones und Hades Palast dienen. Sie tragen schwarze Rüstung.
mehr dazu siehe Wiki-Eintrag Olymp
Besonderheit: Athanatoi, die sich auch nach dem Tod dafür entscheiden Hades dienen zu wollen, werden Teil der Unterwelt-Armee.
Richter
Die drei legendären untoten Richter Minos, Rhadamanthys und Aiakos entscheiden über das Schicksal der Seelen.
Aufgaben:
- Bewertung des Lebens eines Verstorbenen
- Zuweisung in Elysium, Asphodel oder Tartaros
- Schlichtung von Streitigkeiten zwischen Toten
Wächterbestien
Kerberos
mehr dazu siehe Wiki-Eintrag Bestiarium
Schattenwölfe
Große, pechschwarze Wölfe, deren Fell Licht regelrecht verschluckt. Ihre Augen glühen, wenn Licht auf sie trifft.
Verhalten & Eigenschaften
- Leben in eng verbundenen Rudeln von drei bis zwanzig Tieren
- Jagen verlorene Seelen, Eindringlinge und fremde Raubtiere
- Greifen Lebende meist nur an, wenn diese Furcht zeigen oder ihr Revier betreten
- Extrem loyal gegenüber ihrem Rudel und bekannten Verbündeten
- Stark territorial; Grenzverletzungen führen häufig zu Angriffen
- Besitzen eine außergewöhnliche Ausdauer und können tagelang ohne Rast verfolgen
- Nahezu unempfindlich gegenüber Hitze, Kälte und den extremen Bedingungen der Unterwelt
- Verfügen über eine schnelle Regeneration
- können Gemütszustände und Auren extrem gut wittern
Besonderheit: Haben eine Schattenform, bei welcher sie Schattenschwaden um sich versammeln, sich dadurch beinahe lautlos bewegen und in der Dunkelheit quasi unsichtbar werden können.
Chimären
Fliegende Bestien, die eine Kreuzung aus mehreren Tierarten darstellen. Keine Chimäre gleicht exakt einer anderen. Dennoch besitzen die meisten Exemplare den Körper eines Löwen, die Flügel eines Greifvogels sowie zusätzliche Merkmale wie Hörner, Schlangenschweife oder Reptilienschuppen.
Chimären sind keine intelligenten Strategen, sondern instinktgetriebene Prädatoren. Sobald sie ein Ziel als Beute oder Bedrohung wahrnehmen, greifen sie häufig ohne Zögern an. Sie stürzen sich aus der Luft auf ihre Opfer, werfen diese zu Boden und zerfleischen sie mit Klauen und Zähnen.
Chimären nisten bevorzugt in zerklüfteten Gebirgen, tiefen Schluchten, verlassenen Ruinen oder vulkanischen Regionen der Unterwelt.
Die meisten von ihnen sind in Grenzregionen zu finden, wo sie ihren Zweck als Grenzwächter erledigen.
Fährmänner
Fährmänner sorgen dafür, Verstorbene über die Unterweltsflüsse zu transportieren. Unerlaubtes Betreten oder unabsichtliches Fallen in einen Unterweltsfluss endet ohne Ausnahme in Tod oder Verderben.
Fährmänner verlangen einen Obolus, eine antike griechische Münze, als Gegenleistung. Wer keine bei sich trägt, muss Jahre oder Jahrhunderte auf eine Überfahrt warten und in der Unterwelt herumirren. Charon zählt als bekanntester Fährmann, denn er bringt die Verstorbenen über Styx oder Archeron.
Lamiai
Vampirähnliche Nachtwesen
mehr dazu siehe Wiki-Eintrag Bestiarium
Schlangen
Schlangen zählen zu den ältesten Symbolen der Unterwelt. Aufgrund ihrer Fähigkeit, sich zu häuten, verkörpern sie zugleich Tod, Wiedergeburt und Erneuerung. Sie sind weder gut noch böse. Man findet sie sowohl im Ödland vor dem Tartaros als auch in Ruinen oder Gebüschen. Viele von ihnen sind gut getarnt. Es gibt ein paar giftige Sorten, dessen Biss auch für Götter schmerzhaft sein kann.
Schwarze Widder
Schwarze Widder waren einst die bevorzugten Opfertiere der chthonischen Gottheiten. Im Gegensatz zu den hellen Opfertieren der olympischen Götter wurden sie vollständig den Mächten der Unterwelt geweiht. Sie symbolisieren die Verbindung zwischen den Lebenden und den Toten. Ihr Blut spielt in Beschwörungsritualen eine zentrale Rolle, da es den Seelen der Verstorbenen für kurze Zeit Kraft zum Sprechen verleihen kann. Sie sind jedoch sehr scheue Tiere und daher sehr selten anzutreffen.
Asphodel-Vögel
Benannt nach den Asphodelwiesen, durchstreifen sie lautlos die endlosen Felder der Toten und gelten als Sinnbilder der Vergänglichkeit und des Vergessens. Ihr blassgraues Gefieder verschmilzt mit dem Nebel der Unterwelt, weshalb sie oft erst bemerkt werden, wenn sie lautlos über die Seelen hinwegziehen. Ihr Aussehen ähnelt Eulen.
Fledermäuse
Fledermäuse sind in allen dunkleren Gegenden der Unterwelt anzutreffen. Sie stehen in der griechischen Vorstellung für Dunkelheit, Höhlen und den Übergang zwischen Leben und Tod. Aufgrund ihrer nächtlichen Lebensweise wurden sie seither häufig mit der Unterwelt in Verbindung gebracht. Auch an den Unterwelttoren scharen sie sich besonders gern.
Drachen
Drachen gehörten einst zu den mächtigsten Kreaturen der griechischen Welt und waren als Wächter heiliger Orte, göttlicher Schätze oder uralter Geheimnisse gefürchtet. Im Laufe der Jahrtausende verschwanden sie jedoch beinahe vollständig – sei es durch Helden, Kriege oder den Wandel der Zeit. Heute gelten Drachen als beinahe ausgestorben. Dennoch halten sich hartnäckige Gerüchte, dass tief in den unerforschten Höhlen der Unterwelt noch immer ein Drache schlafen soll, verborgen vor Göttern und Sterblichen gleichermaßen. Ob an diesen Erzählungen etwas Wahres ist, konnte bislang niemand bestätigen.
Tartaros-Bewohner
Nicht alle Kreaturen der Unterwelt stammen ursprünglich von dort. Viele Monster, Titanen, Giganten oder göttliche Wesen wurden nach ihrer Niederlage im Titanen- oder Gigantenkrieg im Tartaros eingesperrt. Diese Wesen gehören zu den gefährlichsten Bewohnern der Unterwelt (oder gar der gesamten göttlichen Welt) und werden durch starke, göttliche Siegel oder ganze Legionen von Wächtern gefangen gehalten.